
Eine gemeinsame Entscheidung: Warum ich keine Überraschungs-Eheversprechen begleite
Mehr als eine romantische Überraschung
Eine Erneuerung des Eheversprechens ist mehr als ein Geschenk oder eine gelungene Überraschung.
Sie lädt dazu ein, auf den gemeinsamen Weg zurückzublicken, besondere Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen und sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Manche Paare möchten neue Worte füreinander finden, andere erinnern sich an ihre ursprünglichen Versprechen. Manche teilen persönliche Gedanken, andere genießen einfach den Moment.
Ganz gleich, wie die Zeremonie aussieht: Sie lebt davon, dass beide Menschen ihren Platz darin finden.
Wird die Zeremonie komplett überraschend organisiert, fehlt einem der beiden Partner jedoch die Möglichkeit, eigene Vorstellungen einzubringen oder mitzuentscheiden.
Warum es wichtig ist, eine Wahl zu haben
Eine Erneuerung des Eheversprechens ist zwar keine rechtliche Trauung. Es gibt keine Formalitäten und keine rechtlich bindenden Erklärungen.
Emotional kann sie aber eine große Bedeutung haben.
Natürlich gibt es Menschen, die sich über eine solche Überraschung freuen würden. Genauso gibt es Menschen, die sich im ersten Moment überrumpelt fühlen könnten – selbst dann, wenn ihnen die Idee grundsätzlich gefällt.
Vielleicht hätten sie gerne etwas Zeit gehabt, um darüber nachzudenken, was sie sagen möchten.
Vielleicht hätten sie sich gewünscht, einen anderen Ort auszuwählen oder bestimmte Menschen dabei zu haben.
Vielleicht hätten sie einfach gerne die Gelegenheit gehabt, sich auf diesen Moment einzustimmen.
Denn für viele Menschen gehört genau das zur Freude einer Erneuerung des Eheversprechens dazu: sich Gedanken zu machen, vielleicht etwas Persönliches vorzubereiten, einen besonderen Gegenstand mitzubringen, etwas Schönes anzuziehen oder sich einfach auf den Tag zu freuen.
Eine Überraschungszeremonie nimmt diese Möglichkeit. Und manchmal entsteht dadurch ungewollt das Gefühl, spontan begeistert reagieren zu müssen, obwohl man vielleicht einfach einen Moment gebraucht hätte, um die Idee auf sich wirken zu lassen.


Ab und zu erreicht mich eine Anfrage von jemandem, der seinen Partner oder seine Partnerin mit einer Erneuerung des Eheversprechens überraschen möchte.
Die Vorstellung dahinter ist leicht nachzuvollziehen. Vielleicht steht ein besonderer Hochzeitstag bevor. Vielleicht plant ihr eine Reise an einen Ort, der euch viel bedeutet. Oder ihr verbringt einen gemeinsamen Urlaub in Schottland und irgendwo zwischen all den Plänen entsteht eine romantische Idee: Wie schön wäre es, wenn plötzlich eine Traurednerin da wäre und aus einem ganz normalen Ausflug eine ganz besondere Zeremonie entstünde?
Die Menschen, die sich mit dieser Idee bei mir melden, haben fast immer dieselbe Motivation: Sie möchten ihrem Lieblingsmenschen zeigen, wie wichtig er ihnen noch immer ist. Sie möchten einen besonderen Moment schaffen und ihrer gemeinsamen Geschichte Raum geben.
Und genau deshalb kann ich den Gedanken dahinter sehr gut verstehen. Trotzdem ermutige ich Menschen in dieser Situation meist zu einem etwas anderen Weg.
Nicht, weil ich Erneuerungen des Eheversprechens nicht mag – ganz im Gegenteil. Für mich gehören sie zu den schönsten und berührendsten Zeremonien überhaupt. Sondern weil ich glaube, dass eine Erneuerung des Eheversprechens beiden Menschen gleichermaßen gehören sollte.


Die Vorfreude ist Teil des Erlebnisses
Was ich an Erneuerungen des Eheversprechens besonders liebe, ist ihre Freiheit.
Manche Paare wünschen sich einen ganz privaten Moment zu zweit an einem Strand oder auf einem Berg. Andere feiern gemeinsam mit Familie und Freunden. Manche schreiben persönliche Versprechen, andere halten die Zeremonie bewusst schlicht.
Vielleicht gibt es ein Handfasting, einen Quaich, Musik, eine Lesung oder einfach nur ein paar ehrliche Worte.
Und oft entsteht ein großer Teil der Magie bereits vor der eigentlichen Zeremonie. Die Gespräche darüber, die gemeinsamen Ideen und die Vorfreude auf das, was kommt, werden später oft genauso in Erinnerung bleiben wie die Zeremonie selbst.
Was ich stattdessen empfehle
Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euren Partner oder eure Partnerin zu überraschen, würde ich eine kleine Veränderung vorschlagen: Überrascht nicht mit der Zeremonie. Überrascht mit der Idee.
Und der erste Schritt dafür ist einfacher, als viele denken. Tatsächlich gehören solche Anfragen zu meinen Lieblingsanfragen.
Oft meldet sich zunächst nur eine Person bei mir, weil sie herausfinden möchte, ob eine Erneuerung des Eheversprechens überhaupt etwas für das eigene Paar sein könnte. Viele beginnen diese Nachricht mit einer kleinen Entschuldigung. Sie befürchten, meine Zeit zu verschwenden, falls ihr Partner die Idee am Ende gar nicht gut findet oder am Ende gar keine Zeremonie daraus wird. Darüber müsst ihr euch wirklich keine Gedanken machen. Ich spreche viel lieber mit jemandem, der eine Idee in Ruhe erkunden möchte, als dass Fragen unausgesprochen bleiben, weil man glaubt, schon einen fertigen Plan haben zu müssen.
Manchmal entsteht aus solchen Gesprächen tatsächlich eine wunderschöne Zeremonie. Manchmal helfen sie einfach dabei herauszufinden, ob eine Erneuerung des Eheversprechens gerade das Richtige ist. Beides ist vollkommen in Ordnung. Wenn unser Gespräch euch dabei hilft, mehr Klarheit, Inspiration oder Sicherheit zu gewinnen, dann ist mir das schon viel wert.
Außerdem ist es oft einfacher, das Thema anschließend mit dem eigenen Partner oder der eigenen Partnerin anzusprechen. Statt einer vagen Idee habt ihr bereits Informationen gesammelt und könnt gemeinsam überlegen, wie eine Erneuerung aussehen könnte.
Vielleicht gefällt dem anderen die Idee sofort. Vielleicht hat er oder sie eigene Vorstellungen zum Ort, zum Ablauf oder dazu, wer dabei sein soll. In jedem Fall entsteht daraus ein gemeinsames Projekt statt einer Überraschung, die nur von einer Person geplant wurde.
Das gilt übrigens auch für die Wahl des Trauredners oder der Traurednerin. Schließlich lädt ihr damit jemanden ein, euch bei einem sehr persönlichen Moment zu begleiten. Deshalb biete ich immer gerne ein unverbindliches Kennenlerngespräch an, sobald beide Interesse an der Idee haben. So können wir gemeinsam herausfinden, ob die Chemie stimmt und ob ich die richtige Person für eure Zeremonie bin.
Gemeinsam Erinnerungen schaffen
Die Erneuerungen des Eheversprechens, die mir am stärksten in Erinnerung bleiben, sind selten die aufwendigsten.
Es sind die Zeremonien, bei denen beide Menschen ganz bei sich und miteinander sind. Die Zeremonien, in denen sie bewusst auf ihren gemeinsamen Weg zurückblicken und sich Zeit nehmen, das zu feiern, was sie miteinander aufgebaut haben.
Genau deshalb begleite ich keine Überraschungs-Erneuerungen des Eheversprechens.
Nicht, weil die Idee dahinter schlecht wäre. Im Gegenteil: Sie entsteht fast immer aus Liebe, Wertschätzung und dem Wunsch, etwas Besonderes zu schenken.
Für mich wird eine Erneuerung des Eheversprechens jedoch dann am schönsten, wenn beide Menschen die Möglichkeit hatten, sie mitzugestalten, sich darauf zu freuen und diesen Moment gemeinsam zu erleben.
Denn letztlich feiert man nicht eine einzelne Person. Man feiert eine Beziehung. Und deshalb finde ich es nur passend, wenn beide Menschen an ihrer Gestaltung beteiligt sind.
Wenn ihr Gedanken oder Fragen zu einer Erneuerung des Eheversprechens habt, meldet euch gerne. Ich freue mich darauf, von euch zu hören.




